Portrait

 

Der forellenfriedhof ist eine Zusammenballung verschiedener Tagediebe aus dem Großraum Greifswald, die darin übereinkamen, man müsse mehr von sich geben: Musikprojekte, Hörspiele, fragwürdige Selbstversuche, Kurzfilme, Rentnerradio, Tanzveranstaltungen. All sowas eben.

Über den forellenfriedhof

Geboren wurde die Gruppe im Winter 2009, als wir nur wenige Tage vor Heiligabend unter dem Titel forellenfriedhof überlaut ein “Picknick im Zenit der Postmoderne” abhielten. Trotz der grimmigen Kälte entwickelte sich aus der Zusammenkunft bald das ein oder andere umtriebige Projekt. Manches wurde erfolgreich umgesetzt, anderes wurde verworfen oder wartet noch auf Umsetzung. Zur Dokumentation diente uns dabei das Blog “Alligator im Glas”. Wir berichteten über Biofeedback-Musik, Experimente mit Schlafentzug, unseren Studiengang in “Angewandten Provokationswissenschaften”, über die politischen Umtriebe verschiedener Splittergruppen des “Party-Pöbelservice” und über Maschinenrechte für Menschen. Inzwischen hat sich einiges getan: Zu den Altbewährten kommen neue Steckenpferde wie die Psychedelic-Downbeat-Klezmer-Kombo “Kosher Brainfood” und das Hörspielprojekt “Reizschwelle”, seit einem Jahr zudem vermehrt Konzerte, Filmaufführungen und Tanz. Der Schornstein raucht.

Zum Namen

Die Bezeichnung “forellenfriedhof” entstammt dem dadaistischen Gedicht “Welt voll Irrsinn” von Kurt Schwitters. Wenn sich ein Kneipengespräch mal um unsere Gruppierung dreht, will keinem der genaue Name einfallen. Dabei kommen oft kuriose Ersatzbezeichnungen heraus, z.B. Forellenhof immertot, Fischbüchse, Hechtsuppentod, Frikadellenfriedhof oder sogar “Feine Sahne Fischfilet”.
Zeitungen berichten praktisch nie über tote Forellen. Hier einige Ausnahmen:

“Aber zuvor kommt für alle Kinder irgendwann einmal der Tag des toten Fischs. Mit fester Hand hält der junge Mann die Forelle umfasst. Der Fisch schnappt nach Luft. Der Verkäufer schwingt mit seinem Messer, schlägt mit der breiten Klinge auf den Kopf. Einmal, zweimal, dreimal. Die Mutter sagt, der Fisch sei tot. Noch zuckt er aber. Beim Raustreten beschimpft ein wirrer Mann in Regenjacke eine Fahrradfahrerin: “Mörder”. Der Junge, an der Hand seiner Mutter, nickt.”
(Welt Online)

“Um den Bewegungsmelder zu deaktivieren, stellten die Täter den Strom im Gebäude ab. Dadurch kamen 1000 Forellen im Wert von ca. 3000 Euro ums Leben, die in einem Becken gehalten wurden.”
(Ostsee-Zeitung)