FÜR DEN PRAKTISCHEN UMGANG MIT KUNST

YANN & BEATRIX

von Lou

Wenn sich unmittelbar nach einer Theatervorstellung ein handfester Streit zwischen zwei Zuschauern auf die Greifswalder Gässchen entlädt, darf das getrost als Pluspunkt für ein Stück gewertet werden. Da ich justamente einer der tollwütigen Schaumschläger gewesen bin, möchte ich in diesem Beitrag meiner seltsamen Aufgeregtheit nachforschen. (Achtung, Spoiler! Das ist keine Rezension.)

Beatrix hat eine Anzeige aufgegeben. Darin steht, sie suche einen Mann, der in der Lage ist, sie zu interessieren, zu rühren und zu verführen. Darauf sei eine hohe Belohnung ausgesetzt. Sinnigerweise wohnt sie im obersten Stock eines 33-stöckigen Hochhauses.
Yann ist einer der tapferen Treppensteiger und will sein Glück versuchen. Weshalb? Er ist Prämienjäger. Also jemand, der entlaufene Katzen zu ihren Haltern zurückbringt, und alten faltigen Damen hilft, ihre Ohrringe wiederzufinden. Schlicht jemand, der für eine Belohnung alles Mögliche tut. Und davon lebt. Davon lebt?

Sofort war ich romantisiert! Ob man sich davon wirklich finanzieren könnte? Für die nächsten zwei Wochen lief ich hypersensibilisiert durch die Innenstadt und scannte jeden Laternenmast. Es ist erstaunlich, wofür Leute Geld anbieten! Angemessenen Finderlohn für entlaufene Kuscheltiere und Prothesen. Das nötige Kleingeld zur Teilnahme an psychologischen Studien. Und großzügig bemessene Abfindungen für abenteuerliche Friseurprüfungen inklusive Kunstnägel. Ein armer Student bat in einer Notiz am einheimischen Discounter um 50€, da er sein Portemonnaie verloren hatte. Er war bereit, das Geld mit einem Zinssatz von 20% zurückzuzahlen, sobald er wieder über neues verfüge. In diesem Fall hätte man sich einen Zehner fürs Nichtstun verdienen können! Und gleichzeitig sein Karma aufgefrischt! Aber es gab auch Suchanzeigen von alleinerziehenden Müttern, die nach Weihnachtsmännern Ausschau hielten.

Entlaufenes Kuscheltier

Entlaufenes Kuscheltier

So verriet mir ein Freund, gut getimed bekäme man mit einem Familienstaffellauf am 24. Dezember seine 300 Euro zusammen. Großartig! Nur leider nichts für mich. Verdammter Weihnachtsmann-Sexismus. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit Haustiere wegzufangen, um sie dann dem verzweifelten Besitzer großzügig gegen die Belohnung zurückzugeben, aber das verstößt doch sehr gegen den Tagelöhnerethos… Ach! Ich sehe mich vagabundierend durch die Lande ziehen. Netten Rentnern die Tüten tragen für einen Kuchen oder einen Kaffee. Auf Marktplätzen lümmelnd, die Hände in den Taschen. Pfeifend. Aber immer auf dem Sprung, tatkräftig zupacken zu können. Auf’s Beste bekannt mit dem Redakteur des Anzeigenkuriers, der mir dann und wann einen heißen Tipp gibt. Hie ein bisschen Laub gefegt, dort ein bisschen Gassi gegangen. Immer ein munt’res Lied auf den Lippen…

Man sollte dieses Lebenskonzept ausprobieren. Wenigstens eine Woche lang!

 

Die (An)Zeichen der Liebe

Zurück zu Yann und Beatrix! Es stellt sich heraus, dass mit den drei Forderungen, Beatrix zu interessieren, zu rühren und zu verführen, drei Prüfungen/Aufgaben gemeint sind, die Yann lösen muss. Beatrix hat gehört, wenn man einen Mann liebt, dann wäre man interessiert, gerührt und verführt.
Nicht die schlechteste Definition. Erklärt sie nicht mindestens die Klischee-Standardmodelle des typischen Frauenhelden? Da ist der Geheimnisvolle, der Abenteurer, dort der Verletzliche und Empfindsame, zuletzt der Draufgänger und Charmeur. Ich muss an diese typischen Highschoolszenen in Hollywoodfilmen denken, in denen der gewiefte Casanova dem unbedarften Mädchen irgendwas von seiner schweren Kindheit erzählt, dem Krebs des Großvaters oder von seinem verstorbenen Hund, der ihn damals aus dem Eissee gezogen hat… Und ich muss an die Tests in Mädchenzeitschriften denken: “Ist er der Richtige” und “Bin ich verliebt?” – wenn alle drei Kriterien mit Ja beantwortet werden können, ist man zumindest schon nahe dran, oder?

Der Liebe-Schnelltest

 

Liebe. Natürlich denke ich nicht an all den Unsinn vor diesem Satz (das Hirn ist ein Assoziationsminenfeld), sondern ich denke an meine eigene Liebe und wann ich sie glaubhaft empfinde. Liebe im Konditionalsatz. Nun wird sich der mancher Leser fragen: wozu muss das Magnetfeld Liebe überhaupt abgesteckt und definiert werden? Wenn ich jemanden liebe, dann weiß ich das doch? Ganz simpel. Man könnte es also ganz leger halten: eine Frage ist gelöst, wenn ich sie nicht mehr zu stellen brauche -

Aber wird Liebe nicht irgendwo als emotionales Wertgut gehandelt? Wenn nicht sogar als das höchste? Vielleicht hat es im Ranking der erstrebenswerten Ziele sogar das altbackene Glück von Platz eins verdrängt. Dann muss es sich doch um einen außergewöhnlichen, besonderen Zustand handeln? Das erklärt, warum Beatrice, längst kein Teenager mehr, nach einigen Männern in ihrem Leben immer noch glaubt, die Liebe nicht erlebt zu haben. Die Frage ist: hat sie ein völlig überhöhtes emotionales Konzept davon oder nicht? Oder will sie sich mit dem Empfundenen nicht zufrieden geben? Was sie in ihren Bemühungen antreibt, ist der Glaube an etwas, das sie nur von Hörensagen kennt. Ich weiß, was sie will. Sie will eindeutige Zeichen. Sie will genau die Symptome haben, die der Liebe nachgesagt werden. Sie will Gewissheit.

Ich sitze im Publikum und es tut mir weh. Beatrix tut mir weh. Mit ihrem schrecklichen Idealismus. Da ist diese furchtbare Ahnung.

Oft erinnert mich die ganze Liebesthematik vom Tenor her an das Theodizeeproblem. Manch einer wird sich noch des Religionsunterrichts entsinnen. Es hieß dort, Gott wurden drei Eigenschaften zugesprochen: allmächtig, allwissend und allgütig zu sein. Wie aber lässt sich unter dieser Prämisse, dass alle Eigenschaften zutreffen, “das Leid” in der Welt erklären? Es ließe sich z.B. gut erklären, wenn wir eine der Eigenschaften wegkürzen. Als Beispiel: das Leid ist erklärt, wenn Gott allmächtig ist und allwissend, aber eben nicht allgütig. Und wie ist es nun mit Liebe? Wird ihr in unserer Vorstellung nicht auch vieles angedichtet, beispielsweise, dass sie monopersonal ist und untrennbar mit Sexualität verbunden? Wie ist Betrug vor diesem Hintergrund zu erklären? Entweder ist Liebe seltener als gedacht oder aber: 1 Mio. Fremdgeher können nicht irren. Das Problem ist doch: unsere Vorstellung von Liebe hat verdammte Lebenswirklichkeitsrelevanz. Für uns selbst, noch mehr für unsere Mitmenschen. Das lässt sich nicht wegromantisieren.  Wir brauchen sie. Wenigstens als Postulat.

reach out and touch faith – das Autosuggestionspotential einer Geste 

Beatrix erkennt, dass Interessiert-, Gerührt- und Verführtsein noch nicht ausreicht für das, was sie Liebe nennt. (Wie Yann die Aufgaben löst, müsst ihr selbst herausfinden!) Aber da sie nicht aufgeben will, kommt sie auf folgenden Gedanken:

4wenn man sich liebt, dann bedenkt man sich doch gegenseitig mit bestimmten, liebevollen Gesten – vielleicht tritt ja die Liebe wie von selbst hinzu, wenn man manche Geste einfach so ausführt, quasi Liebe als Begleiterscheinung? So befühlt Beatrix Yann die Stirn, ob er vielleicht fiebert. Frauen, die lieben, machen das doch so? Der Leser wird hier den Kopf schütteln. Absurd! Hier wird ja Ursache und Wirkung verwechselt! Eine Geste kann ja nicht transportieren, was nicht “da” ist!

Verhängt diese Szenerie etwa ein zynisches Urteil über Paare, die Dinge tun, weil sie gelernt haben, dass es Liebe bedeutet? Der Kuss ist eine Geste. Streicheln ist eine Geste. Schlucken ist auch eine. Natürlich sind Gesten Zeichen. Warum wohl sonst fragt Kurt, 25, aus Braunschweig dann so verzweifelt im Internetforum xy, ob seine Freundin ihn überhaupt liebt, wenn sie sein bestes Stück nicht in den Mund nehmen will. Pars pro toto… Das Liebesleben wird von Zeichen bevölkert. Das macht es so anstrengend.
Trotzdem, über die Zeichenfunktion hinaus ist diese Geste eine Berührung. Kann man sich gegen eine Berührung immunisieren? Nein. Egal, ob sie als unangenehm oder als angenehm empfunden wird: sie stellt Intimität her. Nähe zeugt Nähe.

 

Erkenne Verzaubere Dich selbst!

Studien haben wohl ergeben, dass der Körper selbst bei einem falschen Lächeln, dem bloßen Heben der Mundwinkel, eine messbare Dosis an Endorphinen ausschüttet. Der Effekt verstärkt sich, wenn man lacht. Es gibt Lachflashmobs, die mit einem falschen Lachen beginnen und in ein echtes, befreiendes münden. Ähnlich wird es sich bei gespielter Wut verhalten. Irgendwann ist sie da: die echte Raserei. Früher wurde mir erzählt, ein Schauspieler erinnere sich einfach an ein trauriges Ereignis, um auf der Bühne Weinen zu können, aber ich ahne: es ist genau andersherum. Erst ist da die Handlung, und sie katalysiert das Gefühl.

Plötzlich taucht Yann seinen Kopf in einem Glasbehälter unter Wasser. Und zieht ihn nicht mehr raus. Hält die Luft an. Zehn Sekunden. Fünfzehn. Zwanzig? Er geht Beatrix an die Gurgel, wirbelt sie herum, stößt sie von sich, schreit sie an, dringt mit Fingern in ihren Mund ein.

“Sind die beiden eigentlich zusammen?”, flüstert meine Nachbarin. Ich denke eigentlich nicht, nein. Aber so naiv die Frage klingt, sie kommt nicht von ungefähr. Die Erotik, die sich zwischen Yann und Beatrix entwickelt, ist greifbar. Wie intensiv muss es sich erst für die Schauspieler anfühlen. Die Nähe zum Anderen. Die Aufregung. Die Spannung. Die Konzentration. Und plötzlich werde ich blass vor Neid. Hier wird in knapp zwei Stunden so viel durchfühlt, wie ich vielleicht in einer ganzen Woche zusammenbekomme. Da ist sie: die Intensität, von der immer geschwärmt wird. Ich sehe es ihnen an.

Wer Schauspieler ist, hat sein Leben nicht verfehlt. Dramatisiere Deinen Alltag!
Ich könnte heulen. Aber ich streite mich lieber auf der Straße!
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Yann & Beatrix
Ein Schauspiel von Carole Fréchette
Mit Jan Holten und Katja Klemt
Eine Produktion von StuThe
Hoffentlich bald wieder zu sehen…

“Hinter dir, die Hexe!”

B▲B▲ Y▲G▲


 
Traurig, weil du schon seit Jahren kein handgebasteltes Mixtape mehr geschenkt bekommen hast?
B▲B▲ Y▲G▲ schafft da auch keine Abhilfe. Für bierselige Sofa-Fläz-Abende ist die Zusammenstellung ohnehin die falsche Wahl. Solltest du aber just zur Geisterstunde vollgepumpt mit Acid und klopfenden Herzens quer durch den verwunschenen Wald stolpern, liefern wir dir hiermit den passenden Soundtrack.

Folgendes erwartet euch, wenn ihr den seltsamen Kasten links von mir anklickt:
· Asmus Tietchens – “In die Nacht”
· Global Goon¹ – “Mon Kraato”
· oOoOO – “Mumbai”
· Water Borders² – “What Wiwant”
· Fever Ray – “Concrete Walls”
· Skerror – “Plock Sticker”
· Salem³ – “Sick”
· GuMMy†Be▲R! – “Cognitive Ascension”
· White Ring – “Roses”
· ∆AIMON – “Maasym”
· GR†LLGR†LL – “if u cAn dR3Am – pRinc3ss3s”
· Ellen Allien – “My Tree”

Zusammengetragen, abgemischt und gezeichnet von Vincent Stoa.
 

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¹ Ein ehemaliger Mitbewohner von Aphex Twin, der ganz bemerkenswerte Tracks zustande bringt. Weiterhören lohnt sich.
² Water Borders sind großartig! Eigentlich hätte das gesamte Album “Harbored Mantras” auf den Sampler gemusst. Sumpfig, erdverwachsen, hirnverdrillend.
³ Salem! Bevor deren Gründer John Holland anfing, Musik zu machen, verdingte er sich als Prostituierter und Drogendealer in Michigan. Salem-Konzerte gelten als legendär schlecht, ist ihnen aber egal. Zu ihren Presseterminen erscheinen sie häufig überhaupt nicht, und wenn doch, wird dem Interviewer erst einmal ein bisschen Speed angeboten. Wieauchimmer: Seit ihrer Debüt-EP “Yes I Smoke Crack” steht Salem für modriges, übersteuertes Gelärme irgendwo zwischen Neunziger-Jahre-Schranz, Chopped&Screwed und Nine Inch Nails. Hat hier jemand “Witch House” gesagt?

Die Kongo-Briefe

Neuer Lesestoff! Die “Kongo-Briefe” sind ein Bericht über einen halsbrecherischen Trip durch das afrikanische Hinterland, verfasst von einem unserer Mitglieder. Vierfarbig bebildert und frei verfügbar unter www.kongobriefe.de. Zum Lesen zu faul? Am Mittwoch, den 24. Juli um 19 Uhr gibt es im Geokeller auch einen Vortrag zum Thema. Bis bald!

“Zusammen mit meinem Reisepartner Lucien bin ich knapp zwei Monate durch das afrikanische Hinterland gestolpert, von Kinshasa bis in den Niederkongo, von Bandundu bis zum Schwarzwasser-See. Wir sind durch Schlamm gewatet. Wir haben Krokodilsfleisch gegessen, Beamte bestochen und die Savanne in Brand gesetzt. Wir haben vermählungswütigen Müttern und sturz-betrunkenen Polizisten die Stirn geboten, sind dafür aber vor einem Knödelrezept kapituliert. Und irgendwie haben wir es wieder lebend nach Deutschland geschafft. Davon will ich euch berichten.”

Ganz schlimme Akutnostalgie?

einlasszettelWar Dir der vergangene Freitagabend auch viel zu kurz? Willst Du noch mal die besten Momente der Forellenfriedhof Überlaut Revue passieren lassen? Hat Dir ein Toilettengang die beste Hälfte Deines Lieblingsliedes versaut? Oder wärst Du am liebsten sogar in einer endlosen Leerlaufschleife dieses Abends gefangen? Heftiges Bedürfnis nach Zeitreise im Kopf? Dann geht es Dir wie mir. Aber kein Problem: Hier kommt die Playlist! Ein kleiner Einkauf im MP3-Shop Deines Vertrauens, ein paar Freunde eingeladen, Zimmer abgedunkelt und fertig ist die analoge Batcave-Party!

Vielen Dank auch von mir an die großartigen DJs Decano und Lolek!

Playlist

clair obscur – smurf in the gulag
gorilla aktiv – ottos pornos
the isolators – concentrate on us
solitairen effekten – ein kleines stück erinnerung
schwefelgelb – meine tränen
liaisons dangereuses – los niños del parque
malaria! – your turn to run
spizzenergi – soldier soldier
sexbeat – sexbeat
cult hero – i’m a cult hero
joy division – shes lost control
chameleons – second skin
crisis – uk 78
the cure – jumping someone elses train
the exploited – troops of tomorrow
lebanon hanover – totally tot
depeche mode – see you
soft cell – sex dwarf
daf – als wärs das letzte mal
im namen des volkes – wellengenerator
nichts – ein deutsches lied
die goldenen zitronen – am tag als thomas anders starb
andreas dorau – fred vom jupiter
nina belief – overdrive
no more – suicide commando
november növelet – magic
linea aspera – malarone
skinny puppy – assimilate
the invincible spirit – push
die unbekannten – casualties
pink turns blue – walking on both sides
siouxsie and the banshees – hong kong garden
depeche mode – shake the disease
ministry – same old madness
stratis – herzlos
alien skull paint – fly with me
nitzer ebb – let your body learn
scanners – half a mind
gary numan – down in the park
dolina – sun backwards
mater suspiria vision – herr der hexe
frank just frank – closet song
fiction technologie – in the city
berlin express – die russen kommen
grauzone – eisbär
tuxedomoon – no tears
joy division – they walked in line
death cult – gods zoo
the cure – killing an arab
christian death – romeos distress
bloody dead & sexy – bloody rose
cocteau twins – wax and wane
oto – anyway
the cure – play for today
sisters of mercy – alice
i-f – space invaders are smoking gras
jimi tenor – take me baby
depeche mode – just can’t get enough
paradox sequenz – praise the bomb
commando suzie – wild puppets
jennesse fantome – ksiezyc
wermut – media in vita morte sumus
martin dupont – he saw the light
kirlian camera – eclipse
ladytron – little black angel
monte cazazza – six eyes from hell
beta evers – don’t be afraid
dive – welcome to hell
black spider clan – keiner kommt hier lebend raus
nick cave – jubilee street

Fledermausland!

forellenfriedhof überlaut • batcave, post-punk, darkwave
freitag, 12.07.2013  ab 22 uhr • für 2€ im klex

Lärmende Nacht. Auf der Treppe zupfst du dir ein letztes Mal den toupierten Iro zurecht, bevor du durch den sargförmigen Durchgang trittst und dich verwirrt in den Kulissen von „The Brides of Dracula“ wiederfindest. Dann betreten Christian Death die Bühne, ein Punker im Netzoberteil reicht dir einen Drink und du weißt wieder wo du bist – Batcave, Soho, 05. April 1984…

Pustekuchen, die Zeiten sind vorbei! Wir haben kein Eis und Erdbeeren wachsen hier auch nicht! Alles, was du heute Abend kriegen kannst, ist forellenfriedhof überlaut. Unverdrossen gehen wir ans Eingemachte und servieren olle Kamellen aus Fledermausland. Also: Runter mit der Bettwäsche, weg mit den Klamotten, und raus aus dem Bett! Wir sind hellwach und erwarten dich – klex, Greifswald, 12. Juli 2013…

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Fräuleinwunder!

Flyer Forellenfriedhof Fräuleinwunder, 21.06.2013
Endlich wieder Fräuleinwunder.
Wir verbürgen uns für piekfeinen Rock’n'Roll, wirbelnde Petticoats, Maiglöckchenduft und Wohlstand für alle. Vom Halbstarken zum Kraftmeier, vom mannstollen Mauerblümchen bis zum Wunderfräulein: Am 21. Juni darf getanzt werden, bis der Hahn kräht oder bis wir keine Lust mehr haben.
Wir feiern, sie jubeln!

Rock’n'Roll ● Surf ● Rockabilly
mit DJs Batcavin’ Batman & Rockin’ Robin
Freitag, 21.06. ● Ab 22 Uhr 2 € klex

Kommt, ihr Kinder, kommt, wir wollen sterben!


Flyer des Schizophrenen Abends, 31.05.13 im Pari

Am 31.05.2013 findet im Pariser der obskur-schizophrene Kneipenabend statt, bei dem ihr nicht nur feinste Lyrik und Prosa von Leben und Tod unseres guten Freundes A.S. dargeboten bekommt, sondern auch noch in den späten Abendstunden zum Tanz geladen werdet.
Es gibt ja bemitleidenswerte Zeitgenossen, die stets nur zu lediglich obskuren oder ausschließlich schizophrenen Kneipenabenden eingeladen werden. Nun, liebe Leser und Leserinnen – ihr gehört nicht dazu! Der Forellenfriedhof und das Pariser laden hiermit herzlich ein zu einem obskur-schizophrenen Kneipenabend. Damit richten wir uns nur beiläufig an zwielichtige Gestalten oder an Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind. Der Titel soll viel mehr auf den in sich widersprüchlichen und absurden Charakter der Lesung sowie die ominöse Liedauswahl aus der deutschsprachigen Variante des Punk und New Wave anspielen. A. S. und das eine oder andere Alter Ego seiner selbst rezitieren Texte von Heine, Hebbel und Konsorten, bevor wir uns im Takte wiegen zu Musik á la „Überall leben Menschen, überall sind sie zu Haus. Warum tun die das? Warum sind die da? All die armen Menschen…“
Dieses Kulturschmankerl beginnt um 20:00 Uhr im Pariser (Kapaunenstr. 20), ab 22:00 Uhr gibt’s obskure NDW vom Band. Der Eintritt ist frei!

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du bist gift. ein hörspiel

dubistgift

Vier Jahre lang hat sich der Parasit “du bist gift” an der Lebenskraft zweier blutjunger Halodri genährt, um endlich publikationsreif zu werden. Monat um Monat haderten wir mit Textproduktion, Aufnahmetechnik und dem abschließenden Mastering – immer wieder glaubten wir in absehbarer Zeit fertig zu sein, nur um dann kurzerhand alles bisher Fertiggestellte zu verwerfen, weil es uns schlicht nicht mehr gefiel; und so begannen wir – nicht nur einmal – alles von vorn. Nur wenige Text- und Musikfetzen überlebten die zahlreichen Editionen des Hörspiels; Melodien komponiert in bulgarischer Einöde oder erklimpert auf einem schwäbischen Klavier, an dem wir uns nur als Enten verkleidet trauten zu spielen.

Dieses Stück ist unsere verschwendete Jugend.
Lobhudeleien und Liebesbriefe an forellenfriedhof@gmx.de. Wer ein Exemplar der CD-Auflage ergattern will, melde sich ebenda.

eine produktion von lazarus kyon & vincent stoa.
dank gebührt den stimmgebern der rollen:
julian: lazarus kyon.
lilith: selma schumann.
mandelkern: vincent stoa.
seepferdchen: andy guder
radiosprecher: fred forelle.
navigationsgerät: sophia forelle.

Zur Kenntnisnahme

 

Das Bundesamt für Psychohygiene warnt:

Am Samstag den 27. April könnte es im klex ab 21 Uhr zu größeren ekstatischen Tanzgewimmeln kommen. Der einschlägig bekannte “forellenfriedhof”-Komplex droht damit, ein Ereignis namens “Holterdiepolter” stattfinden zu lassen. Sie wollen die Hirne nichtsahnender Klexgänger mit psychedelischer Musik beschallen. Auch vor den Genres “Progressive Rock” und sogenanntem “Stoner” schrecken die Unholde nicht zurück. Dabei soll die subversive Band “Hellmood Core” auftreten. Das daran anschließende Vinyl-Set der Subjekte “DJ Einheitsdave” und “DJane Singapore Sling” birgt die Gefahr massiver Gefühlverirrungen und erschöpfungsbedingter Ausfallerscheinungen in sich. Im Laufe des Abends kann es zudem zur Bildung von schwitziger Schmiere (sogenanntem “Partyschmand”) an den Händen kommen, der auf keinen Fall in die Augen gerieben werden darf.

Wir fordern Sie dazu auf, am betreffenden Tag das Gelände ab 21 Uhr weiträumig zu umgehen, auch, wenn der Eintrittspreis von 2,50€ verlockend erscheint.

überlaut – Kosmonautenträume

forellenfriedhof überlaut: kosmonautenträume.
am 12.4. im Geologenkeller
(Jahn-Str. 17a)
ab 20 Uhr: Filmvorführung. Moon
ab 22 Uhr: Party.
Eintritt
: 1,50 €

Die Realität hat vor langer Zeit begonnen, die Fiktion einzuholen. Arrakis, Alderaan und Antiterra liegen praktisch um die Ecke, seit Juri Gagarin uns am 12. April 1961 den ersten bemannten Weltraumflug beschert hat. Wir sagen Danke und begehen den diesjährigen „Tag der Kosmonauten“ abgespacet und überlaut im legendären Geologenkeller. Mit David Bowie und Post-Punk aus der Ostzone kuscheln wir uns noch ein bisschen dichter an den Erdkern, um uns im kleinen Keller ganz groß zu fühlen.

Zur Einstimmung in den Abend begeben wir uns mit dem Film Moon (Duncan Jones) in endlose Weiten.
Man stelle sich vor, man wäre alleine auf dem Mond, um als Mechaniker den Abbau von Helium-3 zur Energieversorgung der Erde zu überwachen. Zwei Wochen vor der Abreise beginnt man, seltsame Dinge zu sehen und zu hören. Eine Routinekontrolle geht katastrophal schief, ein Doppelgänger taucht auf und der von der Firma geschickte bewaffnete Aufklärungstrupp lässt stark vermuten, dass die Rückkehr zur Erde gewaltig in Frage steht…